Corona in Partnerländern (16): Bericht von Little Flower über die dramatische Lage in Indien

.Wir kennen die Berichte aus den Medien über die Zuspitzung der Pandemie in Indien. Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen, denen eine vergleichsweise schlechte medizinische Versorgung gegenübersteht, kann man ermessen, wer einmal mehr die Leidtragenden sind. – Natürlich die, die immer schon vergessen wurden, so Claudia Vilanek im aktuellen Newsletter von Little Flower, eine Hilfsorganisation aus Salzburg, die auch vom Land Salzburg unterstützt wird.
 
„Die Berichte in den Medien sind für uns Menschen ohne Namen.  In Little Flower bekommen die vielen für mich Namen und Gesichter, ich kenne ihre Geschichten, die Familien, ihre Freuden und ihr Leiden seit mehr als 30 Jahren“, so Vilanek weiter. Sie zitiert einen Bericht ihres Projektpartners Shiv Shanker den wir hier gerne wieder geben:

„…Ich leide seit Tagen an hohem Fieber und körperlichen Schmerzen, 80% der Dorfbevölkerung leidet an diesem Fieber, und viele davon haben sich mit Corona infiziert. Einige sind sehr krank, brauchen Sauerstoff und werden im Krankenhaus behandelt. Jeder Tag Spitalsaufenthalt kostet 9000 INR/ca. 100,00€, eine Summe, die sich keine Familie von uns leisten kann. 
In den Nachrichten hören wir die täglich steigenden Zahlen an Corona Infizierten in Indien. Ärzte und Pflegepersonal weinen vor den Regierungsbeamten und betteln um Medizin und Sauerstoff, es sind erschütternde Bilder, die Situation in unserem Land ist wirklich sehr, sehr schwierig für alle von uns!
Viele Colleges haben wieder geschlossen und unsere Studenten und Studentinnen kommen wieder nach Hause. Auch sie bräuchten dringend einen Test, denn einige haben hohes Fieber.“ 

„One world talk“: Facing the pandemic among other challenges in BOLIVIA

Seit Dezember 2020 veranstaltet r Verein INTERSOL regelmäßige Online-Dialoge mit Gesprächspartner*innen aus den Partnerländern in englischer Sprache. Am 29. April gibt es einen Dialog mit Maria Lohman aus Bolivien!

„One world talks“ is a dialogue series in English organized by INTERSOL with representatives of partners in the Global South. They give an insight into their first-hand experiences of current local and global challenges, especially Covid-19, for their societies and discuss political and social implications of these developments. Their input is followed by a discussion with participants. In April our dialogue partner will be Maria Lohman from Bolivia!

Thurdsay, 29th of April, 7-8:30 p.m (local time in Austria)

Dialogue partner: Maria Lohman from the foundation „Somos Sur“ in Cochabamba / Bolivia

Participation is free of charge. Participants will get the zoom-link after registration via E-Mail: office@intersol.at

About:
Maria Lohman grew up in the Netherlands and first worked there as a teacher. Her marriage to a Bolivian brought her to Cochabamba in Bolivia, where she is living since more than 50 years now. During these years, she has experienced several coups d’état, had a son and become a popular educator in rural, indigenous areas and a political and social activist, fighting first against the dictatorships and oppression of the indigenous population and then increasingly also against environmental destruction by agribusiness, gender-based violence and the again growing political authoritarianism. For her work in the countryside, she learned to speak the indigenous language Quetchua fluently. She is the founder of the documentation centre CEDIP and the foundation „Somos Sur“, which do independent reporting, education/training and activism to promote change regarding structural political, social and ecological issues.

Land Salzburg unterstützt zwei Schulprojekte im Libanon

In Salzburg gibt es zwei sehr aktive Initiativen, die die Arbeit der ICO im Libanon tatkräftig unterstützen. Das eine ist die schon seit längerem existierende Solidaritätsgruppe „Zukunft für den Libanon“ aus Koppl, die vom früheren Pfarrer des Ortes, Rudolf Weberndorfer, ins Leben gerufen worden war. Diese Gruppe unterstützt seit ihrer Gründung über die ICO die Schule St. Vinzenz der Schwestern von Besançon in Baskinta im Libanongebirge. Nach seinem Wechsel in den Pfarrverband Glemmtal gründete Rudolf Weberndorfer nach dem Vorbild der Koppler Initiative auch in der Pfarre Maishofen eine neue Selbstbesteuerungsgruppe, die den Namen „Hilfe für Kinder in Nahost“ trägt und die Schule St. Josef der Barmherzigen Schwestern in Ajeltoun unterstützt. Beide Initiativen haben zu Jahresbeginn Projekte über den Entwicklungspolitischen Beirat bei der Salzburger Landesregierung eingebracht, die bei der kürzlich stattgefundenen Frühjahrssitzung des Beirates erfreulicherweise bewilligt wurden. In der Schule St. Josef kann so die Arbeit eines Spezialistenteams mit traumatisierten und verhaltensauffälligen Kindern sowie Kindern mit schulischem Rückstand ein weiteres Jahr fortgesetzt werden. Und in der Schule St. Vinzenz in Baskinta sollen die völlig veraltete Schulbibliothek sowie der Saal für den Biologie-, Physik- und Chemie-Unterricht von Grund auf modernisiert und renoviert werden.

Der Gesamtumfang für das Projekt in St. Josef beträgt 24.000 € (wobei die Salzburger Landesregierung die Hälfte beisteuern wird) und für das Projekt in Baskinta 28.500 € (wovon die Salzburger Landesregierung 15.000 € beitragen wird). Die ICO bedankt sich bei den beiden Solidaritätsgruppen und der Salzburger Landesregierung sehr herzlich für die wertvolle Unterstützung. Mehr zu ICO.

Online-Veranstaltung „Entwicklungszusammenarbeit im Umbruch 3.0“

​​Das Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung lädt zum IUFE-Dialog „Entwicklungszusammenarbeit im Umbruch 3.0 – Szenarien und Ausblicke“ am 13. April 2021, von 14:00 bis 16:00 Uhr ein. Die Veranstaltung findet online (via Zoom) statt.

Als Gesprächsgäste stehen uns Friedbert Ottacher und Thomas Vogel (Horizont 3000, EZA-Praktiker und Buchautoren) zur Verfügung. Als Experten der Entwicklungszusammenarbeit beleuchten sie Inhalte der neuen 3. Auflage ihres Buches „EZA im Umbruch“. In informeller Runde wollen wir danach offene Fragen beantworten und uns über Chancen und Herausforderungen aktueller Trends in der EZA unterhalten. Der Dialog soll zudem der Vernetzung verschiedenster AkteurInnen dienen.

Details > https://www.iufe.at/detail/news/iufe-dialog-xvi

Online-Workshop: Wirkungsorientierung und Selbstevaluation in der (entwicklungspolitischen) Bildung

KommEnt lädt mit den Kooperationspartnern Fair Styria/Land Steiermark und Entwicklungszusammenarbeit und Osthilfe/Land Vorarlberg herzlich zum Fortbildungsangebot: „Wirkungsorientierung und Selbstevaluation in der (entwicklungspolitischen) Bildung.“

Der Online-Workshop wird von Susanne Höck (eop München) durchgeführt, die seit vielen Jahren als Evaluatorin, Beraterin und Trainerin tätig ist. Sie ist Mitautorin der vielbeachteten Studie „Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Bildung“.

Termin: Donnerstag, 25. März 2021, 13.00.00-17.00 Uhr

Anmeldung unter heidi.grobbauer@komment.at.

Verein „TUGENDE Zukunft geben“ errichtet „Red-Rose Health Centre“

Markus und Maria Huttegger aus Hüttschlag von „TUGENDE Zukunft geben“ berichten in ihrem Februar-Newsletter über den Baubeginn ihres „Red-Rose Health Centre“ in Uganda:

„Normalerweise wären wir in den ersten zwei Februarwochen in Uganda gewesen. Wir hoffen sehr, dass es bald wieder möglich sein wird zu reisen. Jetzt, Ende Februar war der Baubeginn unseres „Red-Rose Health Centre“. Es ist der angekündigte Aufbau der Infrastruktur unseres integrierten Cornerstone-Projekt: „Life for all“. In der Nähe unserer Schule entsteht eine Krankenstation für die Menschen, die in den umliegenden Dörfern leben, diese haben oft kaum, bis gar keinen Zugang zu medizinischer Versorgung (Behandlung verschiedener Krankheiten, Medikamentenausgabe, Aufklärung über verschiedene Krankheiten wie Corona, AIDS, Malaria, über Hygiene, Schwangerenberatung und Betreuung, usw., sind ein wesentlicher Teil dieses Projektes). Unser Manager Geofrey ist selber Mediziner und kann deshalb die Clinik betreuen und leiten. Er ist sehr verlässlich, kompetent und umsichtig.

Wie es zur Zeit aussieht beginnt die Schule für einige Klassen wieder Anfang März und wir hoffen sehr, dass so bald wie möglich der volle Schulbetrieb wieder einsetzt. Die Lehrerinnen sind schon die meisten vor Ort und bereiten alles gut vor und arbeiten sehr engagiert mit, weil sie selber froh sind, wenn sie wieder unterrichten können, außerdem haben sie sonst kein gutes Einkommen. Der Ausbau der Klassenräume geht auch gut voran. Unser Team, allen voran Manager Geofrey Ssemwanga, leisten vor Ort großartigen Einsatz! Wir sind mit Geofrey fast täglich in Kontakt und er versorgt uns mit Infos und Fotos.“

Mehr und Fotos gibt es im Newsletter

25 Jahre Ekando Kumer: Einsatz gegen Genitalverstümmelung

Seit 25 Jahren ist der Ekando Kumer in der Entwicklungszusammenarbeit im Sudan tätig. Eines der Ziele ist die Überwindung der Tradition der Genitalverstümmelung (FGM). In den Projektdörfern von Ekando Kumer wurde FMG erfolgreich beendet. Die Bevölkerung wurde durch ÄrztInnen und Hebammen aufgeklärt – unter Einbindung von Bürgermeister, Imam und Priester. Für Verzicht auf FGM wurde Mädchen Schulbildung angeboten.

Mag. Gudrun Hagen im aktuellen Newseltter des Vereins: „Die Hauptursache für die Fortdauer schädlicher Traditionen ist die ungeheure Armut und der dadurch bedingte Mangel an Schulbildung. Wer keine Ahnung hat vom Körper und seinen Funktionen, lässt sich leicht unsinnige Argumente für eine Genitalverstümmelung einreden. Eine nicht beschnittene Frau bekommt keinen Ehemann. Diesen braucht sie aber zum Überleben, wenn sie selbst ohne jegliche Ausbildung und Chance auf ein eigenes Einkommen ist. Wir bieten Schul- und Berufsausbildung an bei Verzicht auf Genitalverstümmelung – und fördern damit, neben dem Erhalt der Gesundheit, die eigenständige Existenzmöglichkeit und Unabhängigkeit der Frauen. Gebildete Frauen bekommen weniger Kinder und können diesen wieder Schulbildung ermöglichen. Wie soll eine eigenständige wirtschaftliche Entwicklung Afrikas möglich sein, wenn mehr als ein Drittel der Bevölkerung Analphabeten sind.“

Neubestellung des Entwicklungspolitischen Beirats und Wahl der Vorsitzenden

Nach Ablauf der alten Funktionsperiode am 3.11.2020 wurde vom Land Salzburg ein neuer Entwicklungspolitischer Beirat bestellt. Ausgeschieden sind auf deren persönlichen Wunsch Jean Marie Krier, Joe Erbler und Claudia Schürz. Sie waren teilweise über lange Jahre im Beirat aktiv und haben ihre wertvolle Expertise eingebracht. Herzlichen Dank dafür. Als neue Mitglieder konnten Wolfgang Aschauer von der Universität Salzburg, Harald Werber, Lehrer am Musischen Gymnasium Salzburg, sowie Andrea Rainer von der Regionalpartnerschaft Salzburg – Singida (sie war bereits früher einmal Mitglied des Beirats) gewonnen werden. In der letzten Sitzung am 21.1.2021 wurde Amelie Höring erneut zur Beiratsvorsitzenden, Hans Holzinger wieder zu ihrem Stellvertreter gewählt. Mehr zu den Beiratsmitgliedern siehe hier.