Antragsrekord bei Entwicklungszusammenarbeit

(LK) Die Landesregierung hat heuer das Budget für die Entwicklungszusammenarbeit auf eine Million Euro verdreifacht. 500.000 Euro davon sichern die Trinkwasserversorgung für 30.000 Menschen in der Nähe von Damaskus in Syrien. Welche Projekte mit der restlichen Summe gefördert werden, entscheidet sich demnächst. 42 Anträge sind eingelangt, fast doppelt so viele wie 2018.

„Ich freue mich besonders darüber, dass die Zahl der Einreichungen so stark gestiegen ist. Das zeigt, wie viele Initiativen es bereits in Salzburg gibt und wie dringend das Geld gebraucht wird“, betont Landesrätin Andrea Klambauer. Die halbe Million Euro für das Syrien-Projekt kommt über eine bereits erfolgte öffentliche Ausschreibung des Entwicklungspolitischen Beirats zur Vergabe. Bis Ende März ist mit einer Entscheidung über die restliche Zuteilung des Jahres 2019 zu rechnen.

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.03.2019
Hier geht es zur Langfassung der Aussendung

 

Wie lässt sich die Wirkung von entwicklungspolitischer Bildung erfassen? Präsentation einer deutschen Studie

In Salzburg gibt es ein breites Engagement für Entwicklungszusammenarbeit. Über 60 Initiativen sind auf der Homepage Gofair.Salzburg verzeichnet. Und was sehr erfreulich ist: Das Land Salzburg hat die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit 2019 deutlich erhöht. Es geht aber nicht nur um „Hilfe in den Ländern des Südens“, sondern auch um „Entwicklung für den Norden“. NGOs fördern in diesem Sinne mit Workshops, Vorträgen und Aktionen wie konsumkritischen Spaziergängen die Entwicklung eines Bewusstseins für eine faire Welt. Doch lässt sich die Wirkung solcher Maßnahmen feststellen und messen?

Jean-Marie Krier von KommEnt Salzburg hat mit PartnerInnen eine umfangreiche Studie dazu für Deutschland verfasst. Zentrale Ergebnisse stellte er am 12. März 2019 in der JBZ-Reihe „Projekte des Wandels“ vor. Mit uns diskutierte die für Entwicklungszusammenarbeit zuständige Landesrätin Andrea Klambauer in dieser gemeinsamen Veranstaltung mit dem Entwicklungspolitischen Beirat des Landes Salzburg und dem Netzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen. (Titelbild: Referent Jean-Marie Krier mit Moderator Beiratsmitglied Hans Holzinger von der Robert-Jungk-Bibliothek.)

Angebote der entwicklungspolitischen Bildung wirken sowohl auf der Ebene des Wissens wie der Einstellungen und Haltungen, doch es gibt keine „unmittelbare Durchgriffslogik von Wissen auf Handeln“, so Studienautor Jean-Marie Krier. Als fördernde Bedingungen nannte er u.a. die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, etwa wenn SchülerInnen bei der Umsetzung eines fairen Schulbuffets mitwirken können, die Freiwilligkeit der Teilnahme, was in Schulen etwa durch modulare Systeme erreicht werden könnte, in denen Freifächer gewählt werden können, sowie durch passende Lernorte. In Deutschland gibt es erste „globale Klassenzimmer“, in denen unterschiedliche Angebote vereint werden. Auch Projekte wie „Fairtrade-Schulen“, „Faire Schulen“ oder „Schulen gegen Rassismus“ können zur Bewusstseinsbildung beitragen.

In der anregenden Diskussion der präsentierten Studienergebnisse mit zahlreichen VertreterInnen entwicklungspolitischer Organisationen in Salzburg wurden u. a. das Verhältnis von Globalem Lernen und Politischer Bildung, die Ermöglichung von Selbstwirksamkeit – ein Beispiel sind die aktuellen Schulstreiks für eine wirksame Klimapolitik – sowie die Rolle der (Neuen) Medien und die Reflexion des Entwicklungsbegriffs angesprochen.

Die demnächst als Buch erscheinende Studie (Waxmann-Verlag) unterscheidet Wirkungen dreier Katergorien: Wirkungen 1. Ordnung: kognitiver Wissenserwerb, Interesse, verändertes Sensibilitätsniveau, Reflexion, Erfahrungen von Selbstwirksamkeit; Wirkungen 2. Ordnung: Persönliche Haltung / Überzeugung, handlungsleitende Orientierungen;
Wirkungen 3. Ordnung: verändertes Handeln , Breitenwirksamkeit. Zudem wird über unterschiedliche Methoden informiert, wie die Wirkung von Bildungsveranstaltungen gemessen werden kann. Ein Thema, das auch für Salzburg spannend ist, wie wohl auch die Grenzen der Messbarkeit von Wirkung anzuerkennen sind, wie Jean-Marie Krier einräumte.

Text: Hans Holzinger Fotos: Reinhard Geiger/JBZ

Freiwilligeneinsätze in der Entwicklungszusammenarbeit von VOLUNTARIS

Drei Monate oder auch länger in einem Projekt der Entwicklungszusammenarbeit mitarbeiten und eigene Fähigkeiten ein bringen, das ist das Ziel der von VOLUNTARIS vermittelten Freiwilligeneinsätze. Dabei geht es um ein Geben und Nehmen, wie Georg Primas von VOLUNTARIS in einem Infoabend in der Robert-Jungk-BIbliothek gemeinsam mit dem Salzburger Bildungswerk in der Reihe „Projekte des Wandels“ betonte. Die Innsbrucker Physiotherapeutin Doris Gerster (im Bild unten) berichtete eindrucksvoll von ihrem Einsatz in Tanzania und Kenia und vermittelte den an die 20 Interessierten anschaulich, wie solche Einsätze ablaufen. Die Freiwilligen werden von VOLUNTARIS betreut. Es gibt eine gute Vor- und Nachbereitung. Besten Dank an die Referierenden sowie an Christa Wieland vom SBW für die Kooperation. Mehr InfosWeltweit Erfahrung teilen, Infoabend Voluntaris, 21. Februar 2019

Salzburger Youth Education & Travel Fair im BRG Salzburg | 16.3.

YETF_Flyer_Salzburg_2019_A5Am Samstag, den 16. März 2019, findet die bereits siebte Salzburger Youth Education & Travel Fair im BRG Salzburg (Akademiestraße 19, 5020 Salzburg) statt. Von 10 bis 15 Uhr informieren über 20 internationale Veranstalter, Bildungsexperten und ehemalige Teilnehmer über Programme wie Schüleraustausch, Auslandsjahr, Gastfamilie werden, High School, Sprachaufenthalte, Freiwilligenarbeit, Work & Travel, Au-Pair, Praktika und Studium im Ausland. Die Youth Education & Travel Fair richtet sich an Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und Lehrer/-innen. Der Eintritt ist frei.

Mehr gibt es hier: www.youth-education-travel-fair.com

Entwicklung für den Norden. Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit | Studienpräsentation am 12.3.2019

Präsentation einer Studie von Susanne Höck (EOP, Freising bei München) und Jean-Marie Krier (KommEnt). 
Di. 12. März 2019 | 19 Uhr | Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen,
Strubergasse 18, 5020 Salzburg | Begrüßung: LR Andrea Klambauer
Moderation: Hans Holzinger, JBZ, Entwicklungspolitischer Beirat
Anmeldung erbeten

Download Einladung EntwicklungfürdenNorden_120319

Was kann entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit bewirken? Wie können wir uns dazu ein (besseres) Bild machen? Welche Wirkungen lassen sich realistischerweise erwarten? Mit welchen Methoden und Instrumenten können Wirkungen effizient erfasst werden?Diese und ähnliche Fragen beschäftigen entwicklungspolitische Akteure schon seit Längerem. Im Rahmen eines breit angelegten deutschen Forschungsvorhabens wurde diesen Fragen systematisch nachgegangen. Nun wird die Studie im Jänner 2019 beim Waxmann-Verlag (Münster-New York) publiziert. Wir stellen sie in Salzburg vor.

Die Ergebnisse und Erfahrungen, die in Deutschland gesammelt wurden, können auch für die Arbeit entwicklungspolitischer Inititaiven in Salzburg nutzbar gemacht werden. Die von einem 5-köpfigen Team erstellte Studie ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit acht deutschen entwicklungspolitischen NRO über einen Zeitraum von anderthalb Jahren. Geplant und begleitet wurde das Forschungsvorhaben von einer Steuerungsgruppe bestehend aus dem zivilgesellschaftlichen Dachverband VENRO, dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Engagement Global gGmbH, finanziert durch BMZ.

Bei der Veranstaltung werden die wichtigsten Ergebnisse der Studie vorstellt. Anschließend soll diskutiert werden, wie Wirkungsorientierung in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Salzburg gestärkt werden kann.

Susanne Höck ist selbständige Evaluatorin, Beraterin und Trainerin in den Arbeitsfeldern Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Globales Lernen, Fairer Handel und Entwicklungszusammenarbeit. Sie betreibt das U(nternehmen EOP – Evaluation, Organisationsentwicklung und Projektservice in Freising bei München. mehr

Jean-Marie Krier ist Projektreferent bei KommEnt – Gesellschaft für Kommunikation, Entwicklung und dialogische Bildung und in der Evaluierung von Entwicklungsprojekten tätig. Er ist Mitglied des Entwicklungspolitischen Beirats der Salzburger Landesregierung. mehr

Kooperationspartner: KommEnt, Entwicklungspolitischer Beirat der Salzburger Landesregierung, sabine – Salzburger Netzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung und globales Lernen.

Land Salzburg verdreifacht Mittel für Entwicklungszusammenarbeit. Erfolg des Entwicklungspolitischen Beirats – heute positive Debatte im Salzburger Landtag.

(Salzburg, 18.12.2018) „Hilfe vor Ort – wie das Land Salzburg eine sinnvolle Entwicklungszusammenarbeit mitgestalten kann“. So lautete das Thema der aktuellen Stunde in der Plenarsitzung des Salzburger Landtags, die heute, den 18. Dezember 2018, stattgefunden hat.   Der Entwicklungspolitische Beirat der Salzburger Landesregierung begrüßt die positiven Stellungnahmen zur Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und sieht es als Erfolg seiner Bemühungen an, dass die Mittel hierfür im Jahr 2019 auf eine Million Euro erhöht wurden, was einer Verdreifachung entspricht.
Salzburg liegt im Bundesländer-Ranking nun an dritter Stelle nach Oberösterreich und Tirol
1,8 Euro pro Kopf gibt Salzburg nun für EZA aus und schließt damit im Bundesländer-Ranking der EZA-Mittel pro Kopf knapp zu Oberösterreich (2,7 Euro) und Tirol (2,1 Euro) auf (s. Grafik von www.gofairsalzburg.com).  Die Hälfte der Mittel wird in den nächsten Jahren für Wiederaufbauprojekte in Syrien verwendet. Aber auch die über den Beirat vergebenen Mittel für andere Projekte konnten spürbar erhöht werden. Sowohl für die Regionalpartnerschaften mit San Vicente und Singida als auch für Auslands- und Inlandsarbeit gibt es mehr Ressourcen.
Mag.a Amelie Höring
Mag. Hans Holzinger
Vorsitzende des Entwicklungspolitischen Beirats
Rückfragen: 0699.11370178

Statements der Landtagsparteien zur Erhöhung der EZA-Mittel

Am 18. Dezember 2018 berät der Salzburger Landtag über die Erhöhung der EZA-Mittel. Die im Landtag vertretenen Fraktionen ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS übermittelten dem Landesmedienzentrum dazu folgende Statements:

Zallinger: Entwicklungszusammenarbeit greifbar machen

„Die Landesregierung setzt mit der starken Erhöhung der Gelder für Entwicklungszusammenarbeit ein klares Zeichen: Wir wollen Armut, eine zentrale Ursache für die weltweiten Migrationsbewegungen, noch stärker am Ursprungsort bekämpfen. Als eine der reichsten Regionen der Welt sehen wir es als unsere Verpflichtungen an, einen Beitrag zu leisten, um auch Menschen in benachteiligteren Regionen eine Zukunft in ihrer Heimat zu ermöglichen. Wichtig ist, dass diese Hilfe zielgerichtet ankommt. Wir werden daher konkrete Projekte und Gemeinden auswählen. Das macht Entwicklungszusammenarbeit greifbar und stellt einen direkten Bezug zu den Menschen her, die wir unterstützen wollen“, so ÖVP-Landtagsabgeordneter Karl Zallinger.

Thöny und Mösl: Umsetzung von konkreten Bildungsprojekten vor Ort

„Bei der Unterstützung von ärmeren Regionen darf es nicht nur um das Spenden von Geld gehen. Das Ziel muss es sein, die Menschen vor Ort dabei zu unterstützen, aus eigener Kraft ihre Grundbedürfnisse wie Nahrung, Gesundheit und Bildung zu befriedigen und ein Leben in Sicherheit zu führen“, sagt SPÖ-Sozialsprecherin LAbg. Barbara Thöny. Und SPÖ-Bildungssprecherin Stefanie Mösl drängt bei der Entwicklungszusammenarbeit stark auf die Umsetzung von konkreten Bildungsprojekten vor Ort: „Bildung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft, nicht nur bei uns, sondern umso mehr in ärmeren Regionen. Erfahren die Menschen Bildung, werden sie ihr Leben besser meistern.“

Schöppl: Hilfe nur, wenn sie ankommt, wo sie gebraucht wird

„Die steigende Armut in den Entwicklungsländern und die hohe Zahl jener Menschen, die sich auf den Weg zu uns machen, zeigen, dass Europa Entwicklungshilfe – als Herausforderung sinnvoller Verteilung – nicht verstanden hat. Durch den Eingriff in fremde Volkswirtschaften ist es nicht nur gelungen, das Ungleichgewicht weiter zu forcieren. Teilweise wurden auch Abhängigkeiten produziert. Katastrophenhilfe ja, Entwicklungshilfe nur unter dem Aspekt, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie tatsächlich gebraucht wird“, betont FPÖ-LAbg. Andreas Schöppl.

Berthold: Klares Zeichen der Gerechtigkeit und Menschlichkeit

„Um die Menschen in ihren Heimatländern im Kampf gegen die Armut und für soziale Gerechtigkeit zu stärken, hat das Land Salzburg die Mittel der Entwicklungszusammenarbeit kräftig erhöht. Damit setzt Salzburg – entgegen dem österreichischen Trend – ein klares Zeichen der sozialen Gerechtigkeit und der Menschlichkeit“, erklärt Grünen-Klubobfrau Martina Berthold. Angesichts des soeben stattfindenden EU-Afrika-Forums üben die Grünen Kritik an der nach wie vor von Ungleichheit geprägten Beziehung zwischen den beiden Kontinenten: „Um in Zukunft ein gutes Leben für alle Menschen sicherzustellen, müssen die Handelsbeziehungen fairer werden. Die Länder des Südens dürfen nicht länger als Melkkühe der Industriestaaten gesehen werden“, so Berthold.

Huber: Salzburg geht mit gutem Beispiel voran

„Das Budget für das Jahr 2019 sieht eine Verdreifachung der Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit vor. Bis zum Ende der Legislaturperiode werden Projekte mit einer Million Euro pro Jahr unterstützt. Nachhaltige Hilfe vor Ort ist für uns der beste Weg, um zukünftige Fluchtursachen zu verhindern. Die Gelder und Mittel müssen dabei zielgerichtet und nachhaltig eingesetzt werden und genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Salzburg geht hier österreichweit mit gutem Beispiel voran und zeigt auf, wie man eine sinnvolle und effektive Politik der Entwicklungszusammenarbeit betreibt. Salzburg ist bei der Finanzierung der Entwicklungshilfe derzeit ein Vorreiter in Österreich, die Bundesregierung muss sich daran ein Beispiel nehmen“, so NEOS-Entwicklungshilfesprecher und Zweiter Landtagspräsident Sebastian Huber.

Landtag live im Internet

Die Tagesordnungen der Haussitzung und der Ausschussberatungen stehen auf der Landes-Webseite zur Verfügung. Die Sitzungen des Plenums des Salzburger Landtags sowie der Ausschüsse können live im Internet mitverfolgt werden. Auch auf Facebook und auf Twitter können sich Interessierte über die aktuellen Sitzungen, Themen und Schwerpunkte informieren. LK_181218_20 (kg/grs)

Redaktion: Landes-Medienzentrum

Romero Preisträger 2018 Dr. Francisco San Martin

Am 16.11.2018 wurde der Peruaner Dr. Francisco San Martín für sein Lebenswerk in Oberndorf bei Salzburg mit dem Romero-Preis ausgezeichnet. Diesen größten österreichischen Preis für Menschenrechte verleiht SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung Österreich (KMBÖ). Der Preisträger  ist ein langjähriger Projektpartner auch des Landes Salzburg mit einem tiefen Bezug zu Salzburg. Vor vielen Jahre hatte er ein Stipendium des Afro-Asiatischen  Instituts erhalten. Geehrt wurde er für seine Vernetzungsarbeit für peruanische Bauern und Bäuerinnen über die Entwicklungsorganisation MINKA. „Wenn die Menschen zusammenarbeiten, haben sie bessere Chancen“, ist San Martín überzeugt. Im Rahmen seines Salzburg-Aufenthaltes konnte der Geehrte zahlreiche Vorträge in Pfarren und Schulen halten. Wir gratulieren herzlich. mehr

Bericht in den Salzburger Nachrichten  | Weitere Presseberichte

 

Land Salzburg plant Erhöhung der EZA-Mittel auf eine Million Euro | Unsere Gespräche zeigen Wirkung

Die Gespräche von Mitgliedern des Entwicklungspolitischen Beirats der Salzburger Landesregierung mit LH Wilfried Haslauer, der für Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Landesrätin Andrea Klambauer sowie mit Mitgliedern der Landtagsklubs waren von Erfolg gekrönt. Laut Regierungsbeschluss wird die Landesregierung die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit 2019 auf eine Million Euro erhöhen, was einer Verdreifachung entspricht. Mehr siehe die untenstehende Presseerklärung.  Salzburg schließt damit im Bundesländer-Ranking der EZA-Mittel pro Kopf knapp zu Oberösterreich und Tirol auf und überholt Vorarlberg (s. Grafik). Dank gilt insbesondere Amelie Höring, die als Vorsitzende des Beirats in beharrlicher Manier die Politiker*innen-Gespräche vereinbart hat.

Entwicklungszusammenarbeit: Mehr als nur Lippenbekenntnisse
Die Landesregierung versteckt sich auch nicht vor Verantwortung und erhöht die Entwicklungshilfe signifikant von 330.000 auf eine Million Euro. "Nachhaltige Hilfe an Ort und Stelle ist der beste Weg, um Fluchtursachen zu verhindern und in den Fluchtregionen von heute Partner von morgen zu gewinnen. Es ist unsere moralische, ethische und - ganz ökonomisch betrachtet - auch unsere soziale und wirtschaftliche Verantwortung, vor Ort zu helfen. Dafür werden konkrete Projekte und Gemeinden ausgewählt, mit denen wir zusammenarbeiten werden," so Landesrätin Klambauer, deren Ressort auch das der Entwicklungszusammenarbeit umfasst. "Ich freue mich insbesondere über die zugesagte Unterstützung des Landeshauptmanns, dem ehrliche Entwicklungszusammenarbeit ein genauso großes Anliegen ist wie mir, und mit dem gemeinsam ich in die Umsetzung gehen werde. (PRESSEERKLÄRUNG LR Andrea Klambauer 23.10.2018)

Umfangreicher Salzburger Band über „Theologie der Befreiung heute“ erschienen.

Ein von Franz Gmainer-Pranzl, Sandra Lassak und Birgit Weiler herausgegebener Band der Reihe „Salzburger Theologische Studien“ beleuchtet die vielfältigen Aspekte von Befreiungstheologie heute im Kontext von Politik und Gesellschaft, Kultur und Gender, Kirche und Pastoral sowie Theologie und Wissenschaft. Beiratsmitglied Hans Eder unterwirft in seinem Beitrag die klassische Entwicklungspolitik einer kritischen Analyse.

Einführung der Herausgeberinnen zu dem im Tyrlia-Verlag erschienenen Band:

Die „Theologie der Befreiung“ wird gegenwärtig von den einen für tot erklärt, von anderen mit einer gewissen Nostalgie hochgehalten, von vielen jedoch kaum wahr- und ernstgenommen. Der große Aufbruch der Befreiungstheologie, der spätestens seit der Dritten Generalversammlung der lateinamerikanischen Bischöfe 1968 in Medellín zu einer neuen Problemwahrnehmung in der kirchlichen Pastoral und in der theologischen Reflexion, vor allem aber zu einer neuen, befreienden Praxis der Glaubensverkündigung geführt hatte, scheint heute vergessen.

Die enormen gesellschaftlichen Umbrüche und globalen Transformationen ebenso wie kirchenpolitische Entwicklungen haben neue befreiungstheologische Praxen hervorgebracht, die bisher kaum in die theologische Reflexion eingeflossen sind. Außerdem entstanden Basisbewegungen, Initiativen und Aufbrüche jenseits traditioneller Kirchen- und Gemeindestrukturen, die das Potential befreiungstheologischen Denkens auf unterschiedliche Weise umsetzten und auch weiterentwickelten – innerhalb und außerhalb kirchlicher Kontexte. Dieses Buch, an dem AutorInnen aus Europa, Afrika und Lateinamerika mitwirkten, macht deutlich, inwiefern Anstöße der Befreiungstheologie in unterschiedlichste gesellschaftliche Bereiche hineinwirken und sich mit Fragen der Wirtschaft, der Politik, der Globalisierung und Urbanisierung, der Ökologie und der Situation der Frauen auf kritisch-kreative Weise auseinandersetzen.

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