„Solidarisch sein“ | Weltkirche-Seminar 2022 | St. Virgil 12.3.

„Solidarisch sein“ lautet das Motto des Weltkirche-Seminars 2022. Die Religionspädagogin und Mitarbeiterin im Verein für franziskanische Bildung Magdalena Holztrattner referiert über „Solidarität aus einer weltkirchlichen Perspektive“. Carmen Bayer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der JBZ und Sprecherin der Salzburger Armutskonferenz, spricht über „Solidarität aus einer gesellschaftspolitischen Perspektive – Wunsch an die Kirche“. Neben den Inputs werden beim Seminar konkrete Projekte der Solidarität vorgestellt.  mehr

Infos: Markus Rosskopf, Tel.: 0662 / 8047-7605, E-Mail: markus.rosskopf@eds.at

Bitte um Anmeldung in St. Virgil Salzburg | Tel.: 0662 / 65901-514 oder E-Mail: anmeldung@virgil.at / http://www.virgil.at. Veranstaltungsnummer: 22-0255
Anmeldeschluss: 2. März 2022

Schwerpunkt Äthiopien: Partizipative Gemeindeentwicklung und Sicherung nachhaltiger Lebensgrundlagen in Oromia und im Süden Äthiopiens

Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar ist seit den 1980er-Jahren in Äthiopien tätig und arbeitet vor Ort mit kirchlichen Partnerorganisationen sowie NGOs zusammen, die die Projekte umsetzen. Enge Kooperationen gibt es auch mit Partnern wie HORIZONT 3000, dem österreichischen Sozialministerium oder der Stadt Wien. Schwerpunkte der Arbeit in Äthiopien sind landwirtschaftliche Entwicklung, Jugendprojekte, die Unterstützung von Minderheiten und marginalisierten Gruppen sowie die Förderung von Mädchen und Frauen. Herbert Kiennast stellte bei einer Tagung zu Äthiopien im November 2021 mit dem Entwicklungspolitischen Beirat ein vom Land Salzburg gefördertes Projekt vor, das die Verbesserung der Ernährungssicherheit in zwei häufig von Dürren bzw. dem Ausbleiben der Regenzeit betroffenen Regionen zum Ziel hat. Es werden landwirtschaftliche Arbeitsmittel und Saatgut zur Verfügung gestellt, Trainings zu einer naturnahen Bodenbewirtschaftung und Schädlingsbekämpfung („conservation agriculture“) sowie zu Ernte, Lagerung und Vermarktung durchgeführt. Der Aufbau von Gemüse- und Obstgärten soll die Ernährungssicherheit erhöhen. In einem Ziegenprojekt werden Trainings zur Tierhaltung und Viehzucht sowie Impfprogramme für Nutztiere durchgeführt. Neben den Dürren nannte Kiennast auch Überschwemmungen sowie verstärkt Heuschreckenplagen als verschärfende Probleme.

Teil des Projektes ist die wirtschaftliche, soziale und politische Stärkung von Frauen. Kiennast berichtete von gegründeten Frauen-Selbsthilfegruppen und deren Schulungen, von Trainings für weiblichen Führungspersonen sowie von Alphabetisierungsmaßnahmen. Als einkommensschaffende Aktivitäten werden Frauenprojekte im Bereich Viehzucht, Bienenzucht, Kleinhandel und Handwerk gefördert. Um der geschlechtsspezifischen Gewalt und schädlichen traditionellen Praktiken („harmful traditional practices“) entgegenzuwirken, werden Schulungen von Mädchen und Frauengruppen (sowie auch von Männern) zu Geschlechtergerechtigkeit, Frauenrechten und geschlechtsspezifischer Gewalt angeboten. Kiennast betont, dass es in Äthiopien eine reiche Kultur des Miteinanders gäbe, auf der bei den Projekten aufgebaut werden könne, und er hofft auf eine friedliche Lösung der aktuellen Konflikte.

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Schwerpunkt Äthiopien:  Integrierte Gemeindeentwicklung in der benachteiligten Region Borana mit dem Ziel von mehr Resilienz

In diesem vom Land Salzburg geförderten Projekt von Sei so frei geht es um eine Diversifizierung der Landwirtschaft in einer Region, die immer wieder von Dürren heimgesucht wird und den Klimawandel stark spürt. Borana sei sehr abgelegen, es gebe nur rudimentäre Infrastrukturen, wenig Schulen und auch keine Entwicklungsorganisationen, die in der Region tätig sind, so Wolfgang Heindl bei der Äthiopientagung im November 2021 der Robert-Jungk-Bibliothek mit dem Entwicklungspolitischen Beirat. Mit SCORE, eine kirchliche Entwicklungsorganisation in Äthiopien, die seit 40 Jahren Erfahrungen in der Gemeindeentwicklung hat, sei aber ein guter Partner gefunden worden. Eine durchgeführte Erhebung hat ergeben, dass die Menschen in der Region fasst ausschließlich von Rindern in semi-nomadischer Viehzucht leben, so Heindl weiter. Dies sei aufgrund der häufiger werdenden Dürren problematisch – aufgrund fehlenden Wassers sterben immer mehr Tiere und es komme auch zu Konflikten um den Zugang zu Wasserstellen. Die Studie habe zudem hohe Analphabetenraten von 70 Prozent (Männer) bis 80 Prozent (Frauen) ergeben. Integrierte Gemeindeentwicklung bedeute daher, dass partizipativ gearbeitet wird und alle Bereiche wie Einkommen, Gesundheit & Wasser, Bildung und Frieden berücksichtigt werden mit dem Ziel, die Armut zu bekämpfen und mehr Resilienz zu schaffen.

Das weitgehend vom Land Salzburg finanzierte Projekt läuft über zwei Jahre. Im ersten Projektjahr bekamen 75 Frauen 150 Ziegen und 345 Hühner, mit denen sie ihre Ernährungsgrundlage diversifizieren können. 135 Haushalte wurden in sieben Gruppen organisiert und 170 Zuchtbullen zur Verfügung gestellt. Im Bereich Bildung wurden 70 Lehrkräfte geschult und zwei Schulen renoviert einschließlich der Ausstattung mir Solaranlagen. Im Gesundheitsprogramm konnten bisher zwei Brunnen renoviert und zwei Gesundheitsposten ausgebaut, 60 Gesundheitshelfer:innen geschult und WASH-Clubs an drei Schulen gegründet werden. Mädchen bekommen Binden, damit sie auch während der Menstruation die Schule besuchen können. Wichtig sei auch der Aspekt der konstruktiven Konfliktbearbeitung, wenn es Probleme wegen knapper Wasserstellen gäbe, so Heindl. Als Herausforderungen benannte er zum einen die Pandemie, die Projektfortschritte bremsen könnte, da über lange Zeit keine öffentlichen Versammlungen möglich und die Schulen geschlossen waren. Zum anderen verschärfen die zunehmenden Dürren die Lebensbedingungen der Menschen – wenn Rinder verenden, fallen Ernährungsgrundlagen weg. Umso wichtiger sei es, den Menschen diversifizierte Existenz- und Einkommensmöglichkeiten zu geben.

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Petition und CO2-Ausgleich zugunsten Amazoniens von Sei so frei

Jetzt NEU! CO2-Ausgleich zugunsten Amazoniens

Ab sofort gibt es die Möglichkeit auf www.seisofrei.at den persönlichen CO2-Verbrauch zu ermitteln, in Euro umzurechnen und direkt zugunsten des Klimaschutzes und der Menschenrechte in Amazonien auszugleichen. Damit können indigene Völker unterstützt und gleichzeitig das Klima geschützt werden. Gemeinsam mit Cimi, dem Rat für indigene Völker und Bischof em. Erwin Kräutler setzt sich SEI SO FREI für die rechtliche Absicherung von indigenem Land in Brasilien ein.

Hier geht’s direkt zum CO2-Rechner

Amazonien retten

Gemeinsam mit der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und Bruder und Schwester in Not hat SEI SO FREI die Kampagne „Amazonien retten“ gestartet. Mit dieser anwaltschaftlichen Aktion setzen wir uns für die Rechte der indigenen Völker und den Schutz Amazoniens und des Klimas ein. Wir sammeln Unterschriften zu folgenden Forderungen:

Wir fordern die brasilianische Regierung auf, die Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen und die Rechte der indigenen Völker auf ihr Land und auf staatliche Leistungen in Gesundheits- und Bildungsbereichen zu respektieren. Besonders fordern wir die brasilianische Regierung auf, die Gesetzesvorlage zur Aufkündigung des ILO Übereinkommens 169 zurückzuziehen. Dieses Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Organisation für Arbeit (ILO) ist das einzige internationale Rechtssystem zum Schutz der Rechte indigener Völker.

Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, international für indigene Landrechte einzutreten – und damit einen Beitrag zum Erhalt der Regenwälder und zu einer engagierten Klimapolitik zu leisten. An den österreichischen Nationalrat appellieren wir, das ILO Übereinkommen 169 zum Schutz der Rechte indigener Völker zu ratifizieren. Bisher haben das folgende europäische Länder getan: Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Spanien, Luxemburg und im Frühjahr 2021 auch Deutschland.

Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, damit österreichische und europäische Unternehmen für ihre Lieferketten in Verantwortung genommen werden, um die Verletzung indigener Rechte im brasilianischen Regenwald zu verhindern und Amazonien und den Regenwald zu schützen.

Online unterzeichnen und weitere Infos: www.amazonien-retten.at

Einreichfrist für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie für Inlandsarbeit im Jahr 2023 ist der 28.2.2023

Das Land Salzburg fördert Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit von Initiativen, die in Salzburg situiert sind. Auf Vorschlag des Entwicklungspolitischen Beirats wurden für 2022 zahlreiche Projekte gefördert. Für das Jahr 2023 können ab sofort Anträge für Inlands- und Auslandsprojekte gestellt werden. Einreichfrist ist der 28.2.2023.

Arbeitskreis „Wir in der EINEN Welt“ Hallein feiert demnächst 50-jähriges Bestehen

2022 feiert der Arbeitskreis „Wir in der EINEN Welt“ Hallein sein 50-jähriges Bestehen. Roman Anlanger vom Arbeitskreis schildert das Engagement der engagierten Gruppe in Indien, etwa die Errichtung einer Schule in Vadipatty. Aktuell wird ein Projekt umgesetzt, in dem Mitglieder der untersten Gesellschaftsschichten Ziegen und Hühner für die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage erhalten. Hier ein Bericht.

„Arbeitskreis „Wir in der EINEN Welt“ Hallein feiert demnächst 50-jähriges Bestehen“ weiterlesen

Schule macht Schule – eine schöne Partnerschaft des Musischen Gymnasiums mit einer nepalesischen Schule

Seit vielen Jahren hat das Musische Gymnasium Salzburg eine Partnerschaft mit der Medical Centre School in Jharkot in Nepal. Christina Klaffinger betreut die Initiative seit 2008. Sie bleibt auch nach ihrer Pensionierung dem Projekt erhalten bleibt. Harald Werber, Mitglied des Entwicklungspolitischen Beirats, ist als Lehrer am Musischen Gymnasium ebenfalls im Projekt engagiert. Im Rahmen der Partnerschaft gibt es einen regen Austausch zwischen Schüler:innen beider Schulen, wie dem aktuellen Newsletter zu entnehmen ist. Erreichbar sind die Projektbetreiber:innen jederzeit unter der mailadresse team-@schule-macht-schule.at und als unmittelbare neue Ansprechperson am Musischen Gymnasium steht  Christina Minimayr für Auskünfte zur Verfügung.

Sauberes Wasser für äthiopische Kleinstadt | Pressemitteilung von Landesrätin Andrea Klambauer

Bake Kelate ist eine Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern in einem abgelegenen Gebiet in Äthiopien. Die Hygiene dort ist mangelhaft, saubere Toiletten fehlen meist, ebenso die Abwasser- und Müllentsorgung. Die Austrian Doctors wollen gemeinsam mit der Organisation Menschen für Menschen für einen nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser sorgen. „Das Land Salzburg unterstützt das dreijährige Projekt mit 300.000 Euro“, betont Landesrätin Andrea Klambauer.

Sauberes Wasser schützt die Gesundheit der Menschen in Äthiopien. Das Land unterstützt ein Projekt der Austrian Doctors und „Menschen für Menschen“.

Rund ein Drittel der Bevölkerung Äthiopiens hat bis heute keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, in ländlichen Regionen sind es noch mehr. „Speziell Frauen und Mädchen, die bisher täglich stundenlang damit beschäftigt waren, Wasser für den täglichen Bedarf zu beschaffen, sollen entlastet werden und dadurch mehr Zeit für Schulbildung oder bezahlte Arbeit bekommen“, erläutert Landesrätin Andrea Klambauer.

Trinkwasser und Hygiene für alle

Mehr als 27.000 Menschen in Bake Kelate und weitere 2.000 im unmittelbaren Einzugsgebiet der Kleinstadt kommen so zu sauberem Wasser. Darüber hinaus werden rund 12.000 Menschen in acht Schulen direkt durch den Anschluss an das Versorgungsnetz profitieren. Neu gebaut wird eine Anlage mit zwei Tiefbrunnen und einem Reservoir, in enger Abstimmung mit den regionalen Behörden. Die Wohnbevölkerung ist eingebunden und beteiligt sich aktiv.

Ärzte für die Ärmsten

Die Austrian Doctors, 2008 in Salzburg gegründet, leisten freiwillige unbezahlte Einsätze, fördern Schulen und Erwachsenenbildung und kümmern sich um medizinischen Grundbedürfnisse für die ärmsten Menschen dieser Welt. Projekte wurden bereits in Kenia, Sierra Leone, Bangladesch, Indien und auf den Philippinen umgesetzt. „Wir haben gesehen, wie eng der Zugang zu sauberem Wasser und die Gesundheit miteinander verknüpft sind. Indem wir die Menschen eng einbinden, legen wir den Grundstein für den nachhaltigen Erfolg des Projekts“, ist deren Obmann Christian Gross dankbar, in Bake Kelate mitzuhelfen.

Hand in Hand mit der Bevölkerung

Die auf Initiative von Karlheinz Böhm gegründete Partnerorganisation „Menschen für Menschen“ verfügt über eine 40-jährige Entwicklungserfahrung im Land. „Wir arbeiten Hand in Hand mit der Bevölkerung, um ländliche Regionen in Äthiopien als Ganzes zu entwickeln. Die konkreten Bedürfnisse der Menschen stehen von der Planung bis zur Umsetzung im Mittelpunkt. So auch beim Bau des Wasserversorgungssystems für Bake Kelate, an dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Kleinstadt aktiv beteiligen“, betont Markus Schwarz-Herda, Vorstand Menschen für Menschen Österreich.

TIERRA MADRE – Bio-Südfrüchte aus solidarischem Handel & Weihnachtsgeschenkpakete von der EZA in allen Weltläden

Orangen und Mandarinen direkt aus Spanien. Biologisch angebaut, solidarisch vermarktet. Entlang einer nachvollziehbaren und verantwortungsvollen Lieferkette. Ein Pilotversuch stellt sich vor. 80 Prozent der europäischen Orangen kommen aus Spanien, die meisten aus der Region Valencia. Wenige große Unternehmen diktieren die Preise. Kleine und mittlere Betriebe kommen unter die Räder.
Niedrige Orangenpreise führen zu schlechter Bezahlung von ErntehelferInnen. Schlechte Arbeitsbedingungen, illegale Beschäftigung (bis hin zu sklavenähnlichen Zuständen) von MigrantInnen sind die Regel.

Ein Pilotversuch der LandarbeiterInnengewerkschaft La Unió, der NGO Llauradors solidaris und Pionierorganisationen des Fairen Handels (in Österreich EZA Fairer Handel) will hier eine Alternative schaffen und ProduzentInnen und ErntehelferInnen gleichermaßen unterstützen. La Unió gründete daher eine Direktvermarktungsorganisation (Punt de Sabor) für lokales Obst und Gemüse aus der Region Valencia. Die Ziele von Punt de Sabor: Die Förderung kurzer Lieferketten und Transportwege, die Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten aus stadtnahen Anbaugebieten, die Förderung von nachhaltiger Produktion (Bio- und Sozialstandards), die Organisation von KleinproduzentInnen und der Erhalt traditioneller Kulturlandschaften. mehr

Bei der EZA Fairer Handel sowie allen Weltläden gibt es übrigens auch sehr schöne, köstliche Geschenkpakete für Weihnachten, zB. als Firmengeschenke.