In der somalischen Gesellschaft stellt die Musik ein verbindendes Element dar. Deshalb hat der Verein Talk Together das Musikprojekt zum Thema STOPP FGM – STOPP GEWALT AN FRAUEN zusammen mit dem in Deutschland lebenden Musiker Abdi Baadil Ibrahim ins Leben gerufen, der den Liedtext von Warsame Ahmed Amalle vertont hat und mit der Oud begleitet. Interpretiert wird das Lied von den Sängerinnen Maandeeq Nuur und Jamila Ridwan Ahmed. Diese Lied wird – zusammen mit anderen Liedern – im Rahmen eines Konzerts am 19. März 2022 in der ARGEkultur zu präsentieren. Die Veranstaltung wird auch vom Land Salzburg gefördert.
Somalisches Konzert mit Maandeeq Nuur, Jamila Ridwan Ahmed und Abdi Baadil Ibrahim Samstag, 19.03.2022 um 18:00 Uhr
Die nächste Einreichfrist für Förderprojekte der Entwicklungspolitischen Kommunikation und Bildung in Österreich endet am 4. Mai 2022. Im Zentrum der Förderungen stehen die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) für mehr soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Wirtschaft und Klimaschutz weltweit. Damit will die ADA – Austrian Development Agency weitere Impulse zur Diskussion und Umsetzung anregen, um konkrete Wege in eine ökologische und sozial gerechte Zukunft zu finden.
Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar ist seit den 1980er-Jahren in Äthiopien tätig und arbeitet vor Ort mit kirchlichen Partnerorganisationen sowie NGOs zusammen, die die Projekte umsetzen. Enge Kooperationen gibt es auch mit Partnern wie HORIZONT 3000, dem österreichischen Sozialministerium oder der Stadt Wien. Schwerpunkte der Arbeit in Äthiopien sind landwirtschaftliche Entwicklung, Jugendprojekte, die Unterstützung von Minderheiten und marginalisierten Gruppen sowie die Förderung von Mädchen und Frauen. Herbert Kiennast stellte bei einer Tagung zu Äthiopien im November 2021 mit dem Entwicklungspolitischen Beirat ein vom Land Salzburg gefördertes Projekt vor, das die Verbesserung der Ernährungssicherheit in zwei häufig von Dürren bzw. dem Ausbleiben der Regenzeit betroffenen Regionen zum Ziel hat. Es werden landwirtschaftliche Arbeitsmittel und Saatgut zur Verfügung gestellt, Trainings zu einer naturnahen Bodenbewirtschaftung und Schädlingsbekämpfung („conservation agriculture“) sowie zu Ernte, Lagerung und Vermarktung durchgeführt. Der Aufbau von Gemüse- und Obstgärten soll die Ernährungssicherheit erhöhen. In einem Ziegenprojekt werden Trainings zur Tierhaltung und Viehzucht sowie Impfprogramme für Nutztiere durchgeführt. Neben den Dürren nannte Kiennast auch Überschwemmungen sowie verstärkt Heuschreckenplagen als verschärfende Probleme.
Teil des Projektes ist die wirtschaftliche, soziale und politische Stärkung von Frauen. Kiennast berichtete von gegründeten Frauen-Selbsthilfegruppen und deren Schulungen, von Trainings für weiblichen Führungspersonen sowie von Alphabetisierungsmaßnahmen. Als einkommensschaffende Aktivitäten werden Frauenprojekte im Bereich Viehzucht, Bienenzucht, Kleinhandel und Handwerk gefördert. Um der geschlechtsspezifischen Gewalt und schädlichen traditionellen Praktiken („harmful traditional practices“) entgegenzuwirken, werden Schulungen von Mädchen und Frauengruppen (sowie auch von Männern) zu Geschlechtergerechtigkeit, Frauenrechten und geschlechtsspezifischer Gewalt angeboten. Kiennast betont, dass es in Äthiopien eine reiche Kultur des Miteinanders gäbe, auf der bei den Projekten aufgebaut werden könne, und er hofft auf eine friedliche Lösung der aktuellen Konflikte.
Ab sofort gibt es die Möglichkeit auf www.seisofrei.at den persönlichen CO2-Verbrauch zu ermitteln, in Euro umzurechnen und direkt zugunsten des Klimaschutzes und der Menschenrechte in Amazonien auszugleichen. Damit können indigene Völker unterstützt und gleichzeitig das Klima geschützt werden. Gemeinsam mit Cimi, dem Rat für indigene Völker und Bischof em. Erwin Kräutler setzt sich SEI SO FREI für die rechtliche Absicherung von indigenem Land in Brasilien ein.
Gemeinsam mit der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und Bruder und Schwester in Not hat SEI SO FREI die Kampagne „Amazonien retten“ gestartet. Mit dieser anwaltschaftlichen Aktion setzen wir uns für die Rechte der indigenen Völker und den Schutz Amazoniens und des Klimas ein. Wir sammeln Unterschriften zu folgenden Forderungen:
Wir fordern die brasilianische Regierung auf, die Zerstörung des Regenwaldes zu stoppen und die Rechte der indigenen Völker auf ihr Land und auf staatliche Leistungen in Gesundheits- und Bildungsbereichen zu respektieren. Besonders fordern wir die brasilianische Regierung auf, die Gesetzesvorlage zur Aufkündigung des ILO Übereinkommens 169 zurückzuziehen. Dieses Übereinkommen Nr. 169 der Internationalen Organisation für Arbeit (ILO) ist das einzige internationale Rechtssystem zum Schutz der Rechte indigener Völker.
Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, international für indigene Landrechte einzutreten – und damit einen Beitrag zum Erhalt der Regenwälder und zu einer engagierten Klimapolitik zu leisten. An den österreichischen Nationalrat appellieren wir, das ILO Übereinkommen 169 zum Schutz der Rechte indigener Völker zu ratifizieren. Bisher haben das folgende europäische Länder getan: Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Spanien, Luxemburg und im Frühjahr 2021 auch Deutschland.
Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, damit österreichische und europäische Unternehmen für ihre Lieferketten in Verantwortung genommen werden, um die Verletzung indigener Rechte im brasilianischen Regenwald zu verhindern und Amazonien und den Regenwald zu schützen.
Ein spanendes Programm bietet die interdisziplinäre Ringvorlesung der Universität Salzburg zum Thema „Afrika – Bilder, Diskurse, Stereotype“. Teilnahme möglich vor Ort an der Theologischen Fakultät und via Internet. Webex-Link: https://uni-salzburg.webex.com/meet/franz.gmainer-pranzl
2022 feiert der Arbeitskreis „Wir in der EINEN Welt“ Hallein sein 50-jähriges Bestehen. Roman Anlanger vom Arbeitskreis schildert das Engagement der engagierten Gruppe in Indien, etwa die Errichtung einer Schule in Vadipatty. Aktuell wird ein Projekt umgesetzt, in dem Mitglieder der untersten Gesellschaftsschichten Ziegen und Hühner für die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage erhalten. Hier ein Bericht.
Seit vielen Jahren hat das Musische Gymnasium Salzburg eine Partnerschaft mit der Medical Centre School in Jharkot in Nepal. Christina Klaffinger betreut die Initiative seit 2008. Sie bleibt auch nach ihrer Pensionierung dem Projekt erhalten bleibt. Harald Werber, Mitglied des Entwicklungspolitischen Beirats, ist als Lehrer am Musischen Gymnasium ebenfalls im Projekt engagiert. Im Rahmen der Partnerschaft gibt es einen regen Austausch zwischen Schüler:innen beider Schulen, wie dem aktuellen Newsletter zu entnehmen ist. Erreichbar sind die Projektbetreiber:innen jederzeit unter der mailadresse team-@schule-macht-schule.at und als unmittelbare neue Ansprechperson am Musischen Gymnasium steht Christina Minimayr für Auskünfte zur Verfügung.
Der Verein Diamani Kouta von Eva Mück unterstützt Landwirtschafts- und Bildungsprojekte in Senegal. Die Aktivitäten werden auch vom Land Salzburg gefördert. Neben dem Bau eines Kindergartens und der Unterstützung einer Geburtenstation wurden 2021 eine Baumallee zur Kühlung der Dorfstraße in Kafountine, dem Ort der Aktivitäten, gepflanzt. Zudem werden landwirtschaftliche Projekte gefördert. Im Jahresrückblick 2021 heißt es u.a.: „Unser ursprüngliches Agrarland zum Bleiben (2 Hektar) trägt sich bereits selbst und so haben wir dieses Jahr einen weiteren Hektar Land erworben, auf dem wir Kokospalmen, Bananen, Zitronen und Orangen, Mangos, Guaven, Avocados, Paprika, Auberginen, Tomaten, Kohl, Karotten, Chilis, Bohnen, Rüben, Zucchini, Cassava, Rettich, Erdnüsse uvm. pflanzen – natürlich alles fair, biologisch und nachhaltig! Gemeinsam mit der „Erdäpfelbotschafterin“ Uli Haunschmid pflanzen wir noch dieses Jahr 500 Kilo Saat-Erdäpfel in Kafountine an. Dieses (Über-)Lebensmittel ist im Senegal zwar teilweise bekannt, aber noch nicht verbreitet – das wollen wir gemeinsam ändern! Erdäpfel enthalten nicht nur Kohlehydrate, sondern auch wichtige Ballaststoffe, biologisch hochwertiges Eiweiß, Magnesium, Kalium, Calcium und Eisen, Vitamin C, E, B1, B2 und B6 und sind damit eines der gesündesten und ergiebigsten Nahrungsmittel, die wir kennen. Da sie auch auf kargen und trockenen Böden gedeihen, eignen sie sich hervorragend für den Anbau in Afrika. Wir freuen uns schon auf ergiebige Ernten!“ Im Newsletter findet man zudem einen Ausblick auf 2022 geplante Projekte.
In der Sitzung des entwicklungspolitischen Beirats am 25. November 2021 wurde der langjährige Geschäftsführer des Beirats, Dr. Franz Wasner, verabschiedet. Im Bild als Salzburg-Vertreter bei einer Bund-Länder-Konferenz Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 2013. Er tritt mit Ende des Jahres in den Ruhestand. Landesrätin Andrea Klambauer und Amelie Höring als Beiratsvorsitzende bedankten sich für Wasners umsichtige und kompetente Begleitung des Beirats, die gewissenhafte Prüfung der Förderabrechnungen der unterstützten Projekte und das Verfassen der zahlreichen Sitzungsprotokolle. Alles Gute, lieber Franz, im Ruhestand! Zugleich wurde seine Nachfolgerin MMag.a Iris Pierefellner vorgestellt und begrüßt. Herzlich willkommen!
Bake Kelate ist eine Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern in einem abgelegenen Gebiet in Äthiopien. Die Hygiene dort ist mangelhaft, saubere Toiletten fehlen meist, ebenso die Abwasser- und Müllentsorgung. Die Austrian Doctors wollen gemeinsam mit der Organisation Menschen für Menschen für einen nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser sorgen. „Das Land Salzburg unterstützt das dreijährige Projekt mit 300.000 Euro“, betont Landesrätin Andrea Klambauer.
Sauberes Wasser schützt die Gesundheit der Menschen in Äthiopien. Das Land unterstützt ein Projekt der Austrian Doctors und „Menschen für Menschen“.
Rund ein Drittel der Bevölkerung Äthiopiens hat bis heute keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, in ländlichen Regionen sind es noch mehr. „Speziell Frauen und Mädchen, die bisher täglich stundenlang damit beschäftigt waren, Wasser für den täglichen Bedarf zu beschaffen, sollen entlastet werden und dadurch mehr Zeit für Schulbildung oder bezahlte Arbeit bekommen“, erläutert Landesrätin Andrea Klambauer.
Trinkwasser und Hygiene für alle
Mehr als 27.000 Menschen in Bake Kelate und weitere 2.000 im unmittelbaren Einzugsgebiet der Kleinstadt kommen so zu sauberem Wasser. Darüber hinaus werden rund 12.000 Menschen in acht Schulen direkt durch den Anschluss an das Versorgungsnetz profitieren. Neu gebaut wird eine Anlage mit zwei Tiefbrunnen und einem Reservoir, in enger Abstimmung mit den regionalen Behörden. Die Wohnbevölkerung ist eingebunden und beteiligt sich aktiv.
Ärzte für die Ärmsten
Die Austrian Doctors, 2008 in Salzburg gegründet, leisten freiwillige unbezahlte Einsätze, fördern Schulen und Erwachsenenbildung und kümmern sich um medizinischen Grundbedürfnisse für die ärmsten Menschen dieser Welt. Projekte wurden bereits in Kenia, Sierra Leone, Bangladesch, Indien und auf den Philippinen umgesetzt. „Wir haben gesehen, wie eng der Zugang zu sauberem Wasser und die Gesundheit miteinander verknüpft sind. Indem wir die Menschen eng einbinden, legen wir den Grundstein für den nachhaltigen Erfolg des Projekts“, ist deren Obmann Christian Gross dankbar, in Bake Kelate mitzuhelfen.
Hand in Hand mit der Bevölkerung
Die auf Initiative von Karlheinz Böhm gegründete Partnerorganisation „Menschen für Menschen“ verfügt über eine 40-jährige Entwicklungserfahrung im Land. „Wir arbeiten Hand in Hand mit der Bevölkerung, um ländliche Regionen in Äthiopien als Ganzes zu entwickeln. Die konkreten Bedürfnisse der Menschen stehen von der Planung bis zur Umsetzung im Mittelpunkt. So auch beim Bau des Wasserversorgungssystems für Bake Kelate, an dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner der Kleinstadt aktiv beteiligen“, betont Markus Schwarz-Herda, Vorstand Menschen für Menschen Österreich.