Schwerpunkt Äthiopien: Partizipative Gemeindeentwicklung und Sicherung nachhaltiger Lebensgrundlagen in Oromia und im Süden Äthiopiens

Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar ist seit den 1980er-Jahren in Äthiopien tätig und arbeitet vor Ort mit kirchlichen Partnerorganisationen sowie NGOs zusammen, die die Projekte umsetzen. Enge Kooperationen gibt es auch mit Partnern wie HORIZONT 3000, dem österreichischen Sozialministerium oder der Stadt Wien. Schwerpunkte der Arbeit in Äthiopien sind landwirtschaftliche Entwicklung, Jugendprojekte, die Unterstützung von Minderheiten und marginalisierten Gruppen sowie die Förderung von Mädchen und Frauen. Herbert Kiennast stellte bei einer Tagung zu Äthiopien im November 2021 mit dem Entwicklungspolitischen Beirat ein vom Land Salzburg gefördertes Projekt vor, das die Verbesserung der Ernährungssicherheit in zwei häufig von Dürren bzw. dem Ausbleiben der Regenzeit betroffenen Regionen zum Ziel hat. Es werden landwirtschaftliche Arbeitsmittel und Saatgut zur Verfügung gestellt, Trainings zu einer naturnahen Bodenbewirtschaftung und Schädlingsbekämpfung („conservation agriculture“) sowie zu Ernte, Lagerung und Vermarktung durchgeführt. Der Aufbau von Gemüse- und Obstgärten soll die Ernährungssicherheit erhöhen. In einem Ziegenprojekt werden Trainings zur Tierhaltung und Viehzucht sowie Impfprogramme für Nutztiere durchgeführt. Neben den Dürren nannte Kiennast auch Überschwemmungen sowie verstärkt Heuschreckenplagen als verschärfende Probleme.

Teil des Projektes ist die wirtschaftliche, soziale und politische Stärkung von Frauen. Kiennast berichtete von gegründeten Frauen-Selbsthilfegruppen und deren Schulungen, von Trainings für weiblichen Führungspersonen sowie von Alphabetisierungsmaßnahmen. Als einkommensschaffende Aktivitäten werden Frauenprojekte im Bereich Viehzucht, Bienenzucht, Kleinhandel und Handwerk gefördert. Um der geschlechtsspezifischen Gewalt und schädlichen traditionellen Praktiken („harmful traditional practices“) entgegenzuwirken, werden Schulungen von Mädchen und Frauengruppen (sowie auch von Männern) zu Geschlechtergerechtigkeit, Frauenrechten und geschlechtsspezifischer Gewalt angeboten. Kiennast betont, dass es in Äthiopien eine reiche Kultur des Miteinanders gäbe, auf der bei den Projekten aufgebaut werden könne, und er hofft auf eine friedliche Lösung der aktuellen Konflikte.

[Video] [Download Folien] [Projekte-Landkarte]

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