Schwerpunkt Äthiopien:  Integrierte Gemeindeentwicklung in der benachteiligten Region Borana mit dem Ziel von mehr Resilienz

In diesem vom Land Salzburg geförderten Projekt von Sei so frei geht es um eine Diversifizierung der Landwirtschaft in einer Region, die immer wieder von Dürren heimgesucht wird und den Klimawandel stark spürt. Borana sei sehr abgelegen, es gebe nur rudimentäre Infrastrukturen, wenig Schulen und auch keine Entwicklungsorganisationen, die in der Region tätig sind, so Wolfgang Heindl bei der Äthiopientagung im November 2021 der Robert-Jungk-Bibliothek mit dem Entwicklungspolitischen Beirat. Mit SCORE, eine kirchliche Entwicklungsorganisation in Äthiopien, die seit 40 Jahren Erfahrungen in der Gemeindeentwicklung hat, sei aber ein guter Partner gefunden worden. Eine durchgeführte Erhebung hat ergeben, dass die Menschen in der Region fasst ausschließlich von Rindern in semi-nomadischer Viehzucht leben, so Heindl weiter. Dies sei aufgrund der häufiger werdenden Dürren problematisch – aufgrund fehlenden Wassers sterben immer mehr Tiere und es komme auch zu Konflikten um den Zugang zu Wasserstellen. Die Studie habe zudem hohe Analphabetenraten von 70 Prozent (Männer) bis 80 Prozent (Frauen) ergeben. Integrierte Gemeindeentwicklung bedeute daher, dass partizipativ gearbeitet wird und alle Bereiche wie Einkommen, Gesundheit & Wasser, Bildung und Frieden berücksichtigt werden mit dem Ziel, die Armut zu bekämpfen und mehr Resilienz zu schaffen.

Das weitgehend vom Land Salzburg finanzierte Projekt läuft über zwei Jahre. Im ersten Projektjahr bekamen 75 Frauen 150 Ziegen und 345 Hühner, mit denen sie ihre Ernährungsgrundlage diversifizieren können. 135 Haushalte wurden in sieben Gruppen organisiert und 170 Zuchtbullen zur Verfügung gestellt. Im Bereich Bildung wurden 70 Lehrkräfte geschult und zwei Schulen renoviert einschließlich der Ausstattung mir Solaranlagen. Im Gesundheitsprogramm konnten bisher zwei Brunnen renoviert und zwei Gesundheitsposten ausgebaut, 60 Gesundheitshelfer:innen geschult und WASH-Clubs an drei Schulen gegründet werden. Mädchen bekommen Binden, damit sie auch während der Menstruation die Schule besuchen können. Wichtig sei auch der Aspekt der konstruktiven Konfliktbearbeitung, wenn es Probleme wegen knapper Wasserstellen gäbe, so Heindl. Als Herausforderungen benannte er zum einen die Pandemie, die Projektfortschritte bremsen könnte, da über lange Zeit keine öffentlichen Versammlungen möglich und die Schulen geschlossen waren. Zum anderen verschärfen die zunehmenden Dürren die Lebensbedingungen der Menschen – wenn Rinder verenden, fallen Ernährungsgrundlagen weg. Umso wichtiger sei es, den Menschen diversifizierte Existenz- und Einkommensmöglichkeiten zu geben.

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