Das Land Salzburg fördert seit vielen Jahren Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. 2020 wurden insgesamt 953.300 Euro an insgesamt 34 Projekte vergeben. > Übersicht. Landesrätin Andrea Klambauer dazu: „Wir freuen uns, dass die 2019 erfolgte Erhöhung der Mittel auch im Jahr 2020 fortgeführt werden konnte. So war es möglich, wiederum ein Schwerpunktprojekt auszuwählen, die bewährten Regionalkooperationen fortzuführen und zahlreiche Projekte von engagierten Initiativen zu fördern. Alle Projekte werden von erfahrenen Initiativen aus dem Bundesland Salzburg betreut. Diese stehen im intensiven Kontakt mit ihren Partnerorganisationen in den Ländern des Südens und gewährleisten, dass die Unterstützung bei denen ankommt, die sie wirklich brauchen.“ Das Schwerpunktland 2020 ist Äthiopien, wo ein Projekt zur Förderung der Resilienz gegen Dürrekrisen aufgrund des Klimawandels im südlichen Teil des Landes unterstützt wird.
In der Länderstatistik der geförderten Projekte folgen auf Äthiopien Tansania und El Salvador, mit denen das Land Salzburg seit 25 Jahren Regionalkooperationen unterhält. Die Mehrzahl der weiteren geförderten Projekte liegt in Afrika, gefolgt von Asien und Südamerika. Mit Syrien und dem Libanon sind auch zwei Projekte aus dem Nahen Osten vertreten. Unterstützt werden Bildungsprojekte, Projekte der Frauenförderung, der Stärkung lokaler Ökonomien sowie naturangepasster Landwirtschaft u.a.m. Auch ein Projekt zur nachhaltigen Energieversorgung wird unterstützt.
Im Rahmen von Inlandsarbeit fördert das Land Salzburg Vereine, die in Salzburg entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit durchführen. Zudem werden Stipendien an StudentInnen aus Ländern des Südens vergeben, die in Salzburg studieren. Eine Übersicht über die 2020 geförderten Projekte findet sich hier, eine Länderübersicht in Grafik 1. Die Förderungen nach Kontinenten sind Grafik 2 zu entnehmen. Die Vergabe der Projekte erfolgt auf Vorschlag des Entwicklungspolitischen Beirats der Salzburger Landesregierung, der die eingereichten Projekte begutachtet.



Das Schwerpunktprojekt 2020 der Entwicklungszusammenarbeit des Landes Salzburg liegt in Äthiopien. Gefördert wird ein Vorhaben von SEI SO FREI, der entwicklungspolitischen Organisation der Katholischen Männerbewegung Salzburg, in Zusammenarbeit mit Horizont3000 und des äthiopischen Projektpartners SCORE, das in der vom Klimawandel stark betroffenen Region Borana umgesetzt wird. Ziel ist es, die Resilienz der Bevölkerung gegenüber wiederkehrenden Dürren zu erhöhen. Der folgende Bericht entstammt dem Förderantrag:
„Die Borana Zone im Süden Äthiopiens wurde 2017 von einer Dürre erschüttert. Damals entschied sich der äthiopische Projektpartner SCORE ein Nothilfeprogramm umzusetzen, um die Bevölkerung mit Nahrungsmittel, Einkommensmöglichkeiten („Cash for work“) und Medikamenten zu versorgen. Da solche Dürreperioden aufgrund des Klimawandels in immer kürzeren Abständen auftreten, möchte SCORE mit Unterstützung des Landes Salzburgs/SEI SO FREI ein längerfristig wirkendes Programm in Borana umsetzen, um die Resilienz der Dorfgemeinschaften gegenüber Dürren nachhaltig zu erhöhen, SCORE hat bereits langjährige Erfahrung mit Projekten mit seminomadischen Zielgruppen wie den Hamer und den Male in der Provinz Southern Nations, Nationalities and Peoples Region (SNNPR).
„Am 19. März wurden sämtlicher Unterricht und Prüfungen abgesagt, zuerst bis Ende April, nun bis auf weiteres verlängert. Unser Freund Jay Prakash Pal, Schulleiter in Kathmandu, meint, dass frühestens im September wieder Präsenzunterricht erlaubt sein wird. Am 24. März trat der nationale Lockdown in Kraft, mit strengen Beschränkungen jeglichen Personenverkehrs. Wir wissen immerhin, dass alle unsere Kinder und Jugendlichen bei ihren Familien und wohlauf sind. In den letzten Tagen sind die Ansteckungszahlen massiv in die Höhe gegangen; heute am 1.6. steht Nepal bei 1,811 bestätigten Infizierten (neue Fälle heute: 239, Tote bisher: 8). Interessant ist die Alterszusammensetzung der Infizierten: ca. 40% gehören zur Altersgruppe 20-30 Jahre, über 50 Jahre alt sind nur ca. 5% der Infizierten. Das dürfte, ebenso wie die bisher geringe Mortalität, mit der sehr jungen Bevölkerung Nepals zusammenhängen.“





