Bericht vom Projekt Maher in Indien | Corona in Partnerländern (7)

Christine Lendorfer, Vorsitzende von Maher -österreichisches Hilfsprojekt für Not leidende Menschen in Indien, berichtet in einem Mail an Amelie Höring, Vorsitzende des Entwicklungspolitischen Beirats, am 18 Mai 2020:

„Sr. Lucy hat in weiser Voraussicht schon im Februar für 2 Monate Vorräte für alle Maherzentren besorgt, um die fast 1200 Menschen versorgen zu können, die in ihrer Obhut liegen.

In großen Aufklärungskampagnen wurde allen MaherbewohnerInnen die Tatsachen über den Virus, richtiges Verhalten und Hygienemaßnahmen nahe gebracht. Was aber wichtiger ist: die schnell um sich greifende Angst wurde durch Stärkung des Immunsystems, durch Vertrauen auf die eigenen Selbstheilungskräfte, durch Meditation und beten für die Gesundung der Welt und durch ein sicheres Gemeinschaftsgefühl ersetzt.

Da den Menschen in den umliegenden Slums, die von der Hand in den Mund leben, plötzlich die Lebensgrundlage entzogen wurde, teilte Maher seine Vorräte mit ihnen. Unmengen an  Getreide, Reis und Dahl wurde an hunderte Familien verteilt.

Die Taglöhner wurden von offizieller Stelle aufgefordert, in ihre Dörfer zurückzukehren, die  hunderte km weit entfernt waren. Es waren Tausende von Menschen, die an den Maherzentren mit ihrem Hab und Gut vorbeizogen, in größter Hitze, ausgehungert und schwach. Spontan gab Sr. Lucy an ihe Köchinnen den Auftrag, für diese Menschen zu kochen und sie zu verköstigenoft. Jeden Tag. Eine vorbeiziehende Frau sagte, sie und ihre Kinder hätten seit 3 Tagen nichts mehr zu essen gehabt. Kein Geschäft ist offen, man kann nichts kaufen, so man denn Geld hat und Menschen, die in Zelten leben, haben auch keine Lebensmittelvorräte.

Sr. Lucy legte ihren Sozialarbeitern nahe, mit jedem Körnchen Reis auch die Liebe zu verteilen, die in dieser Art des Service im Vordergrund steht. „We will cook food, but we will serve love.“, sagte sie. 

Die Pandemie hat die ganze Welt in einen nie dagewesenen Zustand versetzt, was wir aber von Maher lernen können, ist Großzügigkeit und die Bereitschaft zu teilen.  Sr. Lucy versucht mit all ihrer Kraft, alle offiziellen Stellen in Indien um Hilfe zu bitten. Aber sobald sie mit dem Rücken an der Wand steht, soll sie sich auf uns verlassen können. Daher rufe ich euch alle auf, in dieser schwierigen Zeit so gut ihr könnt mit Maher zu teilen. 

Bleibt gesund!

Ganz liebe Grüße
Eure
Christine Lendorfer
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