
Die Teilnehmenden der Info-Veranstaltung (v.r.n.l.): Wolfgang Heindl (Sei so frei, Länder in Afrika und Lateinamerika), Veronika Pernthanner (Buntstifte, Hallein, Äthiopien), Birgit Almhofer (InterSol, Regionalkooperation Salzburg-San Vicente), Anton Wintersteller (Gambia-Sponsoring, Seekirchen, Gambia), Claudia Patka (Child Destiny, Salzburg, Äthiopien), Jean-Marie Krier (Entwicklungspolitscher Beirat), Tom Stuppner (Friends for Nepal – Himalayan Development Aid, Mattsee), Elke Giacomozzi (Afro-Asiatisches Institut), Isabella Röhrich (Austrian Doctors, Salzburg, aktiv in mehreren Ländern), Eva Mück (Diamani Kouta, Salzburg, Senegal), Claudia Vilanek (Little Flower, Salzburg, Indien), Hans Holzinger (Entwicklungspolitscher Beirat), Stefan Haberlandner (Helfen durch Teilen Straßwalchen, Tanzania). Nicht im Bild: Marie Reupold, (Praktikantin AAI). Foto: Kerstin Klimmer-Kettner
Ein regen Austausch über Entwicklungszusammenarbeit gab es bei der Info-Veranstaltung des entwicklungspolitischen Beirats am 28. September 2026. Hier einiges Infos daraus.
Beim anschließenden Ausklang in der Trumerei hat eine Teilnehmerin die Idee eines Stammtisches eingebracht, um sich in ungezwungener Atmosphäre über Projekterfahrungen austauschen zu können. Als erste Termine des Nord-Süd-Stammtisches wurden festgelegt: Do., 21. Jänner und Do. 10. Juni. Jeweils 18 Uhr in der Trumerei, Strubergasse 26.
Die Vorsitzenden Jean-Marie Krier und Hans Holzinger sowie die Geschäftsführerin Kerstin Klimmer-Ketter berichteten über die aktuelle Förderlage, die Kriterien für Förderanträge sowie die Arbeitsweise des Beirats. Dabei konnten auch zahlreiche Fragen von Teilnehmenden beantwortet werden. Näheres ist den gezeigten Folien zu entnehmen. Alle Gruppen wurden gebeten, ihre Beschreibung auf GofairSalzburg auf Aktualität zu prüfen. Zudem werden gemeldete Veranstaltungen gerne angekündigt.
Da der Beirat in der neuen Periode 2027-2029 neue Mitglieder sucht, wurde zudem über die Ausschreibungsbedingungen informiert. Näheres findet man im Link.
Im zweiten Teil waren die mitwirkenden Vereine eingeladen, einige Highlights aus ihrer aktuellen Projektarbeit mitzuteilen. Die meisten der geschilderten Projekte wurden auch bereits durch Mittel des Landes gefördert.
Einige vorgestellte Projekte widmen sich neuen Wegen in der Landwirtschaft: Veronika Pernthaner, Obfrau des Vereins Buntstifte, berichtete von einer erfolgreichen Frauenkooperative aus ihrem Landwirtschaftsprojekt in der West-Arsi-Zone in Äthiopien. Tom Stuppner von Friends for Nepal berichtete neben medizinischen Nothilfezentren, die der Verein nach dem Extremhochwasser in Nepal errichtet hat, von einer neuen Anbaumethode, genannt Syntropic, in der Fischzucht mit Agroforstwirtschaft verbunden wird. In der Regionalkooperation mit San Vicente wird seit vielen Jahren die Verbreitung biologischer Landwirtschaftsmethoden unterstützt, wie Birgit Almhofer berichtete. Stefan Haberlander, der neue Obmann von Helfen durch Teilen, konnte von einer Projektreise zu einer neu errichteten Wasseraufbereitungsanlage in ihrem Projekt in Tanzania erzählen, in dem ebenfalls nachhaltige Praktiken zur Verbesserung der Nahrungsmittelproduktion unterstützt werden. Isabelle Röhrich, neue Geschäftsführerin der Austrian Doctors, berichtete vom erfolgreichen Abschluss der Errichtung einer Wasserversorgungsanlage in ihrem Projekt in Busa/Äthiopien, die vor kurzem den örtlichen Wasserkomitees übergeben werden konnte.
Zudem wurden Highlights aus drei Bildungsprojekten berichtet. Der Verein Verein Diamani Kouta errichtet derzeit in Kafountine/Senegal ein Ausbildungszentrum, das ursprünglich nur für Frauen geplant war, aber nun auch für Männer geöffnet wird (Bericht Eva Mück). Der Verein Gambia-Sponsoring hat soeben einen Schulbau in Jambur/Gambia soweit fertig gestellt, dass im Herbst die ersten Schulklassen ihren Betrieb aufnehmen können (Bericht: Anton Wintersteller). Little Flower führt seit mehreren Jahren Ausbildungskurse für Frauen in indischen Lepradörfern durch. Mit einem Salzburger Unternehmen soll nun eine kleine Produktionsfirma für Dämmstoffe errichtet werden, um Häuser besser isolieren zu können (Bericht: Claudia Vilanek). Der Verein Child Destiny unterstützt in Kenia Menschen mit Beeinträchtigungen. Aktuell bemüht sich die Initiative um die Zertifizierung als medizinische Einrichtung, damit die Betroffenen Versicherungsleistungen des Staates in Anspruch nehmen können (Bericht: Claudia Patka).
Zwei Projekte können dem Aspekt der Demokratisierung zugeordnet werden. In Kolumbien sind wie in anderen südamerikanischen Ländern die Rechte von Minderheiten zwar in der Verfassung verankert, aber sie werden nicht ausreichend umgesetzt. Sei so frei unterstützt die Betroffenen in einem ebenfalls vom Land geförderten Projekt in der Wahrnehmung ihrer Rechte, wie Wolfgang Heindl berichtete. Elke Giacomozzi, Geschäftsführerin des Afro-Asiatischen Institut, berichtete schließlich vom Projekt Decolonizing Salzburg, in dem den kolonialen Spuren in der Stadt Salzburg nachgespürt wird.
Wir danken alle Teilnehmenden für den anregenden Austausch. Es wäre schön, wenn wir uns beim ersten Nord-Süd-Stammtisch am 10. Jänner 2027 wieder sehen.