Coronakrise in Partnerländern (6) | Mathare Slum in Nairobi, Kenia

Die Austrian Doctors betreiben in Nairobi (Kenia) ein Projekt, das Kranke in dem Slum Mathare betreut (Foto: Austrian Doctors). Die Lage spitzt sich aufgrund des Coronavirus zu. Hier ein Lagebericht von Severin Schwaiger von den Austrian Doctors.

Liebe Mitglieder des Entwicklungspolitischen Beirates,
die Corona-Krise trifft die Menschen im Mathare Slum in Nairobi, Kenia, besonders hart. Seit dem 29.03. dürfen die Menschen nur mehr von sieben Uhr in der Früh bis 17 Uhr das Haus verlassen. Für Tagelöhner und Essensverkäufer ist die Situation somit noch prekärer geworden. Viele von Ihnen müssen nun auf einen Großteil ihres Einkommens verzichten, einige haben sogar gar kein Einkommen mehr. Dies führt dazu, dass es den Menschen nun am Notwendigsten fehlt – an Essen und hygienischen Artikeln. Die Regierung versucht durch Steuererleichterungen die Bewohner Kenias zu unterstützen. Da im Mathare Slum aber weniger als 10% der BewohnerInnen einen regulären Job haben, profitieren nur Wenige von diesen Maßnahmen. Mathare Slum vor der Corona-Krise
Als Ergänzung zu unserem medizinischen Projekt (Krankenhaus) im Slum betreiben wir u.A. ein „Feeding Programm“, in dem mangel- und unterernährte Kinder durch hochkalorische Nahrung wieder aufgepäppelt werden. Außerdem lernen dort Mütter, wie sie auch mit geringen finanziellen Mitteln ein gesundes Essen für ihre Familien bereitstellen können. In Zeiten der Corona Kriese wird dieses Programm nun ausgeweitet, mehr Kinder und SlumbewohnerInnen in Not werden mit lebenswichtigen Essensrationen unterstützt. Die Anmeldungen zu diesem Programm sind in den vergangenen Tagen gestiegen, mit einem weiteren, stärkeren Anstieg ist zu rechnen.
Als zweite Maßnahme gegen eine rasante Ausbreitung des Virus haben wir damit begonnen, im Slum Aufklärung zu betreiben und auch Stationen zum Händewaschen und zur Desinfektion bereitzustellen. Somit haben die BewohnerInnen des Slums die Möglichkeit, sich besser vor einer Ansteckung zu schützen – und dadurch dazu beizutragen, die Verbreitung von Covid-19 zu verlangsamen bzw. einzudämmen. Um eine Verbreitung durch unsere Mitarbeiter zu verhindern, werden auch diese mit dem nötigen Equipment wie Mundschutzmasken und Desinfektionsmitteln ausgestattet.
Ein Ausschnitt aus einem E-Mail von George Audi, dem Leiter der Klinik, vom 30.03. zeigt noch weitere Punkte auf, in denen unsere Hilfe bereitgestellt wird:
„We are already engaging the community through CHWs (Anmerkung: Clinical Health Workers) on the virus. We are providing hand wash points. We require informative pamphlets, posters etc. This requires soap and sanitizers. Staff require PPEs, disinfectants for work shops, etc. We are happy that the community is very receptive.“

Stationen zum Händewaschen und -desinfizieren wurden bereits im Slum aufgestellt.

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