
„50 Jahre EZA Fairer Handel“ – Exkursion mit Gründer Anton Wintersteller (im Bild rechts) und EZA-Mitarbeiterin Birgit Calix-Pflüger (im Bild 4. von rechts)
Faire Preise für die Produzent:innen und nachhaltige Anbaumethoden – dies zeichnet Produkte mit dem FAIRTRADE-Gütesiegel aus. Das Sortiment ist mittlerweile groß und umfasst Lebensmittel wie Kaffee, Schokolade und Bananen, aber auch Textilien und Blumen. Der größte Importeur in Österreich ist EZA Fairer Handel mit Sitz in Weng/Köstendorf, die heuer ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Nach Österreich geholt hat die EZA und den Fairen Handel Anton Wintersteller.
Der heute 75-Jährige lebt in Seekirchen und hat sich Zeit seines Lebens für eine gerechtere Welt engagiert – sei es für die Landarbeiterjugend in Brasilien, die Aktion „Sei so frei“ der Katholische Männerbewegung oder für sein Projekt „Gambia Sponsoring“. 1975 war er wesentliches Gründungsmitglied der EZA in Österreich. Wie alles begann, erzählt er bei Exkursionen gemeinsam mit der EZA-Mitarbeiterin Birgit Calix-Pflüger, die über den Stand des Fairen Handels heute berichtet. Im Bild die Exkursionsgruppe am 25. Juni 2025. Dass das erste Lager in Gebäuden des Missionshauses Maria Sorg in Lengfelden lag, war kein Zufall. Das von Maria Theresia Ledóchowska gegründete Kloster hat sich früh dem Engagement gegen Sklaverei und Hunger verschrieben, wie die Oberin Sr. Ursula Lorek berichtete.

In diesem Gebäude des Missionshauses Maria Sorg in Bergheim begann der Faire Handel in Österreich – im Bild die Exkursionsteilnehmenden mit Toni Wintersteller (rechts) und der Vorsteherin des Missionshauses Sr. Ursula Lorek (3. von rechts)
Ausgeweitetes Produktsortiment und neues Marketing, aber die gleichen Ziele wie zu Beginn
Begonnen hatte die EZA mit einfachen Mitteln: das Lager für die Produkte war in einem umgebauten Stall untergebracht, im Wohngebäude gab es ein paar Büroräume. Doch das als GmbH geführte Unternehmen – heutige Gesellschafter sind die Katholische Männerbewegung Oberösterreich und Österreich – wuchs rasch, das Interesse an fair gehandelten Produkten war groß, so Wintersteller. Gestartet wurde mit Handwerk und Kaffee. Die Produkte wurden anfangs vor allem über Pfarren vertrieben. 1977 entstanden die ersten Weltläden in Linz und Innsbruck, weitere folgten. Bereits 1983 hatte das mittlerweile in größere Räume in Lengfelden übersiedelte Unternehmen 23 Mitarbeitende. Heute sind es gut 50, die im neuen modernen Niedrigtstenergie-Gebäude in Weng arbeiten – die erneute Übersiedlung erfolgte 2005. Die Unternehmenszentrale der EZA Fairer Handel GmbH in Weng/Köstendorf wurde mit dem Salzburger Landesenergiepreis ausgezeichnet, so Birgit Calix-Pflüger. Der Bau sei damals als Pionierprojekt gefeiert worden und zog zahlreiche Interessierte an. Der Holzbau umfasst neben dem großräumigen Lager und den Büros auch einen attraktiven Schauraum und Shop. Die Produktpalette wurde stark ausgeweitet und das Markekting modernisiert, es gibt heute auch einen Onlineversand. Die Ziele sind jedoch dieselben geblieben: den Produzierenden in den Ländern des Globalen Südens faire Preise bieten und zugleich auf ökologische Kriterien achten – der Großteil der vertriebenen Lebensmittel stammt inzwischen aus biologischem Anbau. Mehr zur Geschichte der EZA


Bild 1: Die zehn Ziele des Fairen Handels, dargestellt in den Sustainable Development Goals nachempfundenen Icons. Bild 2: Baumwolltaschen mit dem Unternehmenslogo alt und neu
Im September wird es weitere Exkursionen geben, am 21. Oktober einen Vortrag des Bildungswerks Seekirchen
Die Exkursionen zu „50 Jahre EZA Fairer Handel“, von den Ursprüngen 1975 im Missionshaus Maria Sorg, Lengfelden/Bergheim zum Heute in Köstendorf-Weng werden von den Teilnehmer/innen mit großem Interesse angenommen. Ein Tagesprogramm mit vielen Highlights von damals und heute mit ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, jedoch mit dem gleichen Ziel, die Lebensbedingungen der Produzentengruppen des Globalen Südens durch faire Preise zu verbessern. Was damals ganz klein angefangen hat, ist heute eine ganz moderne Vertriebszentrale mit vielen innovativen, sozialen, ökologischen Aspekten. Im September wird es weitere Exkursionen mit Toni Wintersteller und Birgit Calix geben, am 21. Oktober einen Vortrag des Bildungswerks Seekirchen mit den beiden.
Infos Zur Exkursion: Anton Wintersteller, Seekirchen, toni.wintersteller@sbg.at, Tel. 0650 400 1968
Infos zum Vortrag: Hans Holzinger, hans.holzinger@sbw.salzburg.at, 0699.11370178, www.hans-holzinger.org/bildungswerk